Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222978
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sie auch dort gut aufgehoben sind, dass es über- 
haupt gleichgültig ist, wo sie sind, da wir sie überall 
zu lieben vermögen. Für die meisten uns beschäf- 
tigenden Kunstwerke sowie für alle Hervor- 
bringungen der Lebenden, die uns interessieren, 
ist Zolas Erklärung zutreffend. 
Manchmal vergisst Zola freilich seine Deli- 
nition. Bei der Besprechung eines Gedichtbandes 
von Victor Hugo äussert er: „Wir singen von 
Feld und Wald, wie sie sind  Victor Hugo be- 
steigt den Pegasus, um sie zu besingen". Wenn 
Victor Hugo seine „chansons des rues et des bois" 
singt, sieht er die Natur indessen durch einen 
Schleier und wenn Emile Zola "Germinal" schreibt, 
sieht er die Natur durch einen Schleier. Alle 
Künstler 
sehen 
die 
Natur 
durch 
einen 
Schleier. 
Immer 
ist 
ein 
Schleier 
zwischen 
ihnen 
und 
der 
Natur. Sie erkennen die Objekte nur durch ihren 
Schleier gesehen; würden sie sie ohne Schleier 
sehen, so würden sie keine Künstler sein, der 
Schleier ist die Bedingung ihrer Kunst, der Schleier 
ist ihre Kunst. Die grössere oder geringere Durch- 
lässigkeit ihres Mediums und das Gewebe des 
Schleiers, der ihr Auge verhüllt, ist etwas, wodurch 
es den Aesthetikern ermöglicht wird, Nomenklaturen 
zu geben. Sie bestimmen danach, ob die Künstler 
Idealisten, Realisten, Romantiker oder wie weit sie 
all das sind.
        

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