Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222963
14 
hässliches Ideal. In Rubens' „Kirmess", führte 
er nach Taine aus (ein Bild von Rubens im Louvre), 
sei die Raserei der Orgie das Ideal, in Ralfaels 
„Galatea" sei das Ideal die stolze, reine, liebliche 
Schönheit. Michelangelo habe die Muskeln verstärkt, 
die Lenden verdreht, manche Glieder auf Kosten 
der übrigen vergrössert. Hierdurch habe er von 
der Wirklichkeit sich befreit und Riesen seinem 
Herzen gemäss geschaffen, die an Schmerz und 
Kraft schrecklich wären. Die Erklärung Taines 
befriedige demgemäss nach zwei Seiten: sie mache 
den Künstler unabhängig von der Natur und zwänge 
ihm andererseits die alten „Gesetze des Schönen" 
nicht auf; sie weise den Künstler an, die Natur 
nicht zu kopieren, sondern zu interpretieren und 
sich lediglich durch die Art bestimmen und lenken 
zu lassen, wie seine Augen beschaffen sind. „Ich 
spreche meinen ganzen Gedanken aus", fuhr Zola 
fort, „indem ich sage, dass ein Kunstwerk ein 
Winkel der Schöpfung ist, gesehen durch ein 
Temperamentfß 
VII. 
Es schadet nicht, dass wir durch diese Er- 
klärung zu dem Gedanken bewegt werden, dass 
manche Kunstwerke in das Kunstgewerbe gethan 
werden müssen. Wir übergeben sie dem Kunst- 
gewerbe in der Einsicht, dass es manches Richtige 
hat, dieses zu thun, und mit der Überzeugung, dass
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.