Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222954
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der Wahrheitsapostel, könne von dem Künstler 
nichts andres verlangen, als dass er sich selbst 
gäbe; unmöglich könne er verlangen, dass sich ein 
Künstler modele, dass er sich verleugne, dass er 
sich Vgl-wandle,  dass er lüge. Ein Kunstwerk 
sei ein Winkel der Schöpfung, gesehen durch ein 
Temperament. 
Die Idee zu diesem Ausspruch hatte Zola aus 
einer Kunstdefinition Taines geholt. Allerdings 
hat er, was freilich enorm ist, der Definition eine 
solche Fassung gegeben, dass sie, leicht einleuchtend, 
alle Länder durcheilte und auf die Kunst mit ver- 
jiingender Kraft wirken konnte. 
Taine hatte (auf eine etwas trockene und 
mathematische Art, nach der richtigen Behauptung 
Zolas) die Erklärung gegeben: 
„Ein Kunstwerk hat den Zweck, irgend einen 
wesentlichen oder auffallenden Charakter, be- 
ziehentlich eine Idee klarer und vollständiger zu 
offenbaren, als dies in dem Gegenstande selbst liegt. 
Um dahin zu gelangen, führt der Künstler bei der 
Wiedergabe des Gegenstandes eine Veränderung 
in dem Verhältniss seiner Teile herbei, so dass ein 
bestimmter Teil auf eine systematische Weise her- 
vorgehoben wird." 
Zola führte aus, dass, was Taine als einen 
„wesentlichen Charakter" bezeichne, mit dem „Ideal" 
der Dogmatiker zusammenfalle, nur sei der „wesent- 
liche Charakter" ein schönes oder nach Umständen
        

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