Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222945
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die Zola unter der Voraussetzung von neuen Er- 
scheinungen kommentierte, so ausgezeichnet, dass 
die Meinung sich entwickeln konnte, Zola habe 
dies Wort im Hinblick auf Manet geschaffen. 
Dem ist nicht so; der Ausspruch erscheint 
vielmehr in Zolas Schriften, schon ehe er Kunst- 
kritiken verfasste. Zuerst erschien er in der Be- 
sprechung eines von dem Sozialisten Proudhon ver- 
fassten utopistischen Werkes, das zweite Mal in 
einem Essai über Taine. 
In einem das Zauberbild einer zukünftigen 
Stadt vorführenden Buche hattejProudhon den 
Künstlern in ihr die Rolle zugedacht, dass sie die 
Menschen belehren und ihnen zu Diensten sein 
sollten. Hiergegen wendete sich Zola. Er erwiderte, 
es sei irrig, die Aufgabe von Kunstwerken darin 
zu erblicken, dass eine verklärte Vorstellung von 
der Natur und von uns zu Gunsten einer Vervoll- 
kommnung der Menschen gegeben werde. Nicht 
dann ersteige die Kunst den Gipfel, wenn ein 
Kunstwerk das Erzeugnis einer ganzen Epoche sei, 
in der Plastik Ägyptens, im Kirchenbau des Mittel- 
alters,  nur dann, wenn ein Kunstwerk persönlich 
sei. Es gäbe eine Kunst der Nationen, doch Zola 
zöge ihr die Kunst der Individuen vor, nur diese 
zerreisse ihm das Herz. Nur ein solches Kunst- 
werk lebe für ihn, das eine Originalität habe. Einen 
Menschen müsse er in einem Kunstwerk wieder- 
finden, sonst lasse ihn das Kunstwerk kalt. Proudhon,
        

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