Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224507
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Diese hellen Bilder, diese geöffneten Fenster 
des Impressionismus, ich kenne sie schon lange, 
das sind Manets, für welche ich in meiner Jugend 
mich um ein Haar hätte totschlagen lassen! Diese 
Studien von Reflexlicht, diese Fleischpartieen, durch 
welche die grünen Töne der Blätter dringen, diese 
Wasser, auf denen alle Farben des Prismas tanzen, 
ja die kenne ich auch seit langem, das sind Monets, 
die ich verteidigt habe und für die ich als Narr 
behandelt wurde! Diese Dekompositionen des Lichts, 
diese Horizonte, auf denen die Bäume blau werden, 
während der Himmel sich grün färbt, kenne ich 
auch, das sind Pissarros, die mich ehemals aus den 
Zeitungsredaktionen weisen liessen, weil ich zu 
sagen wagte, dass derartige Wirkungen in der Natur 
vorkämen! 
Und das sind die Bilder, die man einstmals 
heftig in jedem Salon refusierte; heute sind sie 
übertrieben, grässlich geworden und nicht mehr 
zu zählen! Die Keime, die ich habe in die Erde 
versenken sehen, sind in schauerlicher Weise in 
die Höhe geschossen. Ich weiche vor Schrecken 
zurück. Nie habe ich in höherem Grade die Ge- 
fahr der Formeln, die mitleidswürdige Decadence 
der Schulen empfunden, wenn die Anreger ihr Werk 
verrichtet und die Meister ihren Abschied genommen 
haben. Jede Bewegung wird übertrieben, zum Ver- 
fahren ausgedehnt und zur Lüge, sobald "die Mode 
sich ihrer bemächtigt hat. Es giebt keine Wahr-
        

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