Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224459
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an die im künstlichen Licht des Ateliers ge- 
malten Akte hält, sondern die ungeheure, stets 
wechselnde Natur ins Auge fasst, so wird das Licht 
notwendig die neue Seele des Werks. Nur ist nichts 
schwieriger zu ergreifen und wiederzugeben als 
diese Dekomposition und diese Reflexe, als dieses 
Spiel der Sonne, in welchem sich, ohne entstellt 
zu werden, Menschen und Dinge baden. Man 
kommt, sobald sich der nachdenkende Verstand 
damit befasst, schnell zu Karikaturen. Und das sind 
wirklich aus der Fassung bringende Werke, diese 
vielfarbigen Frauengestalten, diese violetten Land- 
schaften und orangefarbenen Pferde, die man uns 
vorsetzt. Man hat für sie die wissenschaftliche 
Erklärung bereit, dass sie infolge von gewissen 
Reflexen oder von gewissen Dekompositionen des 
Sonnenspektrums so geworden sind. O, die Damen, 
die eine blaue Backe unter dem Mondlicht und 
die andere Backe in Zinnober infolge des-roten 
Lampenschirms haben! O, die Horizonte, auf denen 
die Bäume malvenfarben sind, während das Wasser 
rot und die Luft grün ist. Das ist grässlich, gräss- 
lich, grässlich! 
Monet und Pissarro haben, glaube ich, zuerst 
in köstlicher Weise diese Reflexe und diese Licht- 
dekomposition studiert. Aber wieviel Feinheit und 
Kunst wendeten sie dabei an! Nun ist die über- 
triebene Vorliebe gekommen und ich zittere vor 
Schrecken! Wo bin ich? In einem der ehemaligen 
11'
        

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