Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224443
162 
errungen war? lm Salon giebt es nichts anderes mehr 
als Flecke, ein Portrait ist nur noch ein Fleck, Ge- 
sichter sind nur noch Flecke, alles, Bäume, Häuser, 
Kontinente und Meere sind nur noch Flecke. Und 
hier tritt auch das Schwarz wieder auf, der Fleck 
ist schwarz, wenn er nicht weiss ist. Man geht 
ohne Übergang von der Einsendung eines Malers  
fünf oder sechs Leinwänden, die nichts als Neben- 
einandersetzungen von weissen Flecken sind  zu 
der Einsendung eines anderen Malers, der fünf oder 
sechs Bilder gemalt hat, die nichts als Neben- 
einandersetzungen schwarzer Flecke sind. Schwarz 
auf Schwarz, Weiss auf Weiss, und das soll 
Originalität sein? Nichts ist bequemer; und meine 
Bestürzung wächst. 
Aber wo _meine Überraschung zum Zorne an- 
schwillt, das ist, wenn, ich den Wahnsinn sehe, 
zu dem im Verlauf von dreissig Jahren die 
Theorie vom Reflexe geführt hat. Auch das war 
ein Sieg, den wir als Vorläufer erfochten hatten. 
Sehr richtig behaupteten wir, dass die Beleuchtung 
der Gegenstände und Gesichter nicht einfach ist, 
dass unter Bäumen beispielsweise das nackte Fleisch 
grün wird, dass solchermaassen ein fortgesetztes Aus- 
wechseln von Reflexen stattlindet, von welchem man 
sich Rechenschaft zu geben hat, wenn man einem 
Werke das wirkliche Leben des Lichts übermitteln 
will. Ohne Aufhören geht dieses auseinander, zer- 
bricht sich und zerflattert. Wenn man sich nicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.