Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224409
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Aber, grosser Gott, welche Betäubung würde 
eintreten, wenn man mit einem Zauberstabe den 
Salon von vor dreissig Jahren wieder heraufbe- 
schwören und ihn in Vergleich mit den beiden 
diesjährigen Salons bringen könnte! Wie lebhaft 
würde man dann wahrnehmen, dass die Salons keines- 
wegs immer die gleichen sind, dass sie sich folgen, 
ohne sich ähnlich zu sehen, dass nichts vielmehr 
sich in höherem Grade gewandelt hat als die Malerei 
an diesem Jahrhundertsende, sowohl in dem be- 
rechtigten Fieber der originalen Bemühungen, als 
auch unter dem Drucke der Mode, wie man wohl 
gestehen muss. 
Plötzlich ist der Salon von vor dreissig Jahren 
mir in den letzten Tagen erschienen, während ich 
die beiden gegenwärtigen Salons besichtigte. Und 
welcher Stoss ins Herz! Ich war sechsundzwanzig 
Jahre alt, Villemessant hatte mir mit seiner Gast- 
freundschaft, die so gross war, wenn er sich für 
eine Idee oder einen Menschen begeisterte, den 
„Figaro" geöffnet, der sich damals „l'Evenement" 
nannte, und mir alle Freiheit gegönnt, mich aus- 
zusprechen. Ich war damals trunken von Jugend, 
trunken von Wahrheit und Intensität in der Kunst, 
trunken von dem Bedürfnis, meine Glaubenssätze 
mit Keulenschlägen zu verkünden. Und ich schrieb 
jenen Salon von 1866, "meinen Salon", wie ich 
ihn in einem herausfordernden Stolz nannte, jenen 
Salon, in dem ich die Meisterschaft Edouard Manets
        

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