Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224343
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Energie des anderen, und dieser schmachvolle Klein- 
handel, diese Schmeicheleien und dies Bewundern 
der Schundware, alles das geschieht im Namen der 
angeblichen Gesetze der Kunst. Für ein gutes 
Frauchen in PfeEerkuchen bringt man Griechenland 
und Rom ins Spiel, und spricht vom Schönen, als 
ob es ein Herr wäre, dessen hochachtungsvoller 
Freund man ist. 
Dann kommen die Kunstkritiker, die auch noch 
Unruhe in diesen Tumult bringen. Die Kunst- 
kritiker sind Musikanten, die alle zu gleicher Zeit 
ihre Weisen erklingen lassen und von denen jeder 
nur das Instrument hört, das er selber in dem 
schrecklichen Lärm spielt. Der eine will die Farbe, 
der andere die Zeichnung, ein dritter die Moral. 
Ich könnte den namhaft machen, der seinen Stil 
pflegt und aus jedem Bilde die schönste Beschrei- 
bung zu ziehen sucht; danach den, der aus Ver- 
anlassung einer auf dem Rücken liegenden Frau 
sich bemiissigt fühlt, eine demokratische Rede zu 
halten. Und dann noch den, der in Singspielverse 
die scherzhaften Urteile, die er fällt, umzuwandeln 
pflegt. Die bestürzte Menge weiss nicht, wen sie 
hören soll: Peter sagt Weiss, Paul Schwarz; schenkt 
man dem ersten Glauben, so würde man in einem 
Gemälde die Landschaft vernichten, wenn man dem 
zweiten glaubte, nähme man aus diesem Bilde die 
Figuren, so dass nichts als der Rahmen übrig bliebe, 
was übrigens eine vortreffliche Massregel wäre.
        

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