Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224337
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Geschicklichkeit sind. Man wird endlich vor allem 
im Kunstwerk einen menschlichen Accent suchen, 
einen lebenden Winkel der Schöpfung, eine neue 
Offenbarung der Menschheit gegenüber den Wirk- 
lichkeiten der Natur. 
Aber niemand führt die Menge und was soll 
sie denn in dem grossen Lärm der Meinungen 
machen? Die Kunst ist sozusagen zertrümmert; im 
grossen Reich sind, indem es sich zerstückelte, eine 
Menge von kleinen Republiken entstanden. Jeder 
Künstler hat die Menge an sich gezogen, ihr ge- 
schmeichelt, ihr die Spielzeuge gegeben, die sie 
liebte, und sie vergoldet und mit rosa Bändern ge- 
schmückt. Die Kunst ist solchermassen bei uns 
ein Süssigkeitenladen geworden, in welchem es 
Bonbons für alle Geschmäcker giebt. Die Maler 
sind nur noch armselige Dekorateure gewesen, die 
an der Ausschmückung unserer grässlichen modernen 
Wohnungen arbeiten; die besten unter ihnen sind 
Althändler geworden, haben irgend einem alten 
Meister etwas von seiner Manier gestohlen; und 
nur die Landschafter, die Zergliederer der Natur, 
sind wirkliche Schöpfer geblieben. Das Volk der 
enggesinnten und bürgerlichen Dekorateure macht 
einen Höllenlärm; jeder unter ihnen hat seine 
geringwertige Theorie, jeder sucht zu gefallen und 
zu siegen. Die angebetete Menge geht von einem 
zum anderen, amüsiert sich heute an den Niedlich- 
keiten dieses Künstlers, morgen an der falschen
        

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