Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224290
147 
hundert Personen vor Lachen krank gemacht. Das 
Publikum hat nur einen Gegenstand, ein "Sujetß 
gesehen, ein „Sujet", das in einer bestimmten 
Manier behandelt ist. Es sieht die Kunstwerke an 
wie Kinder Bilder: um sich ein bisschen aufzuhei-tern. 
Wer nichts weiss, moquiert sich in aller Unschuld, 
und die Gelehrten, die in den toten Schulen das 
Kunststudium getrieben haben, ärgern sich, dass 
man in den neuen Arbeiten das Gewohnte, was 
man glaubte und zu sehen pflegte, nicht wiederlindet. 
Niemand denkt daran, den wirklichen Gesichtspunkt 
anzuwenden. Die einen verstehen nichts, die anderen 
vergleichen. Alle aber sind vom rechten Wege ab- 
gekommen und die Heiterkeit oder der Zorn steigen 
in der Brust der Leute auf. 
lch wiederhole es, der Anblick allein ist die 
Ursache von allem. Das Publikum hat nicht einmal 
den Versuch unternommen, das Werk zu durch- 
dringen, es hat sich, sozusagen, nur an die Ober- 
fläche gehalten. Was es erschreckt oder ärgerlich 
macht, ist nicht die innere Zusammensetzung des 
Werkes, sondern die allgemeine äussere Erscheinung. 
Wenn es sein könnte, würde es dasselbe Bild, so- 
bald es auf andere Weise dargeboten wird, sicher 
gut finden. 
Die Originalität  das ist der grosse Schrecken. 
Wir alle sind mehr oder minder, ohne dass wir es 
wissen, Gewohnheitstiere, die mit Eigensinn den 
Weg gehen, den man früher gegangen ist. jeder 
10' 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.