Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224203
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selber vorgegangen, die in hellen Massen, in breiten 
Lichtflächen vorgeht, und sein Werk hat den etwas 
rauhen und strengen Anblick der Natur bekommen. 
Es sind im übrigen einige vorgefasste Meinungen 
Manets in dem Bilde zum Ausdruck gelangt; doch 
das thut nichts, denn die Kunst lebt nur vom 
Fanatismus. Die vorgefassten Entschlüsse brachten 
gerade die elegante Trockenheit, die Heftigkeit der 
Übergänge, auf die ich hingewiesen habe, hervor. 
Sie haben den persönlichen Accent, den besonderen 
Geschmack des Bildes erzeugt. Es giebt nichts" 
erlesener Feines als die bleichen Töne der ver- 
schiedenen Stücke von weisser Wäsche, auf denen 
Olympia ruht. In der Nebeneinandersetzung dieser 
verschiedenen weissen Töne wurde eine ungeheure 
Schwierigkeit besiegt! Ebenfalls der Körper des 
Mädchens weist reizende Fahlheiten auf; es ist ein 
junges Mädchen von sechzehn Jahren, ohne Zweifel 
ein Modell, das Edouard Manet ruhig kopiert hat, 
wie sie war. Und alle Welt schrie auf. Man fand 
diesen nackten Körper unanständig; das musste ein- 
treten, denn da hat Manet wirkliches Fleisch von 
junger und schon verblühter Nacktheit auf die Lein- 
wand geworfen, und wenn unsere Künstler uns 
sonst Venusbilder geben, so korrigieren sie die 
Natur und lügen. Edouard Manet hat sich gefragt: 
weshalb lügen, weshalb nicht die Wahrheit sagen? 
und er hat uns Olympia kennen gelehrt, die auf 
der Strasse getroEen werden kann, wenn sie ihre
        

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