Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224192
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In ihm habe ich die Persönlichkeit Edouard Manets 
gelesen, und als ich das Temperament des Künst- 
lers zergliederte, hatte ich vor meinen Augen allein 
dieses Bild, das alle anderen einschliesst. Wir 
haben hier, wie die ölfentlichen Witzbolde schreiben, 
einen Bilderbogen von Epinal. Olympia, auf weissem 
Laken ruhend, bildet einen grossen fahlen Fleck auf 
dem schwarzen Hintergrunde; in diesem schwarzen 
Hintergrunde befinden sich der Kopf der Negerin, 
die ein Bouquet bringt, und die berühmte Katze, 
die so sehr die Heiterkeit des Publikums geweckt 
hat. Beim ersten Blick unterscheidet man so nur 
zwei Tinten in dem Bilde, zwei heftige Tinten, die 
eine sich von der andern abhebend. Im übrigen 
sind die Details verschwunden. Seht den Kopf des 
jungen Mädchens an: die Lippen sind zwei schmale 
rosa Linien, die Augen sind auf einige schwarze 
Striche zurückgeführt. Seht jetzt das Bouquet an 
und in der Nähe, wenn ich bitten darf; rosa Schichten, 
blaue Schichten, grüne Schichten. Alles vereinfacht 
Sich; und wenn ihr die Wirklichkeit wieder her- 
stellen wollt, so müsst ihr um einige Schritte zurück- 
treten. Dann passiert eine seltsame Geschichte: 
jeder Gegenstand setzt sich an seinen Plan, der 
Kopf der Olympia hebt sich vom Hintergrunde mit 
einem ergreifenden Relief ab, das Bouquet wird ein 
Wunder von Glanz und Frische. Das richtige Sehen 
und die einfache Handschrift haben dieses Wunder 
zuwege 
gebracht; 
der 
Maler 
ist 
wie 
die 
Natur
        

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