Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224183
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der sich in der Faktur sehr dem „Kinde mit dem 
Degen" nähert, behalten. Die Malerei ist detailliert 
und weit geführt, sehr fein und sehr solide; ich 
weiss im voraus, dass dies einer der Erfolge der 
Ausstellung des Künstlers sein wird, denn das 
Publikum liebt es, aus der Nähe zu sehen und 
nicht durch die zu rauhen Härten einer aufrich- 
tigen Originalität erschreckt zu werden. Ich aber 
erkläre, dass ich bei weitem „Christi Leichnam mit 
den Engeln" vorziehe. Da linde ich Edouard Manet 
ganz, mit den wohlüberlegten Entschlüssen seines 
Auges und den Kühnheiten seiner Hand. Man hat 
behauptet, dass dieser Christus nicht ein Christus 
wäre, und ich räume ein, dass es sein mag; für 
mich ist es ein Leichnam, in vollem Lichte gemalt, 
mit Freimut und Kraft vorgetragen; und ich liebe 
selbst die Engel im Hintergründe, Kinder, die mit 
ihren grossen blauen Flügeln eine sanfte und ele- 
gante Seltsamkeit haben. 
Im Jahre 1865 wird Edouard Manet noch im 
Salon angenommen; er stellt einen „Christus, der, 
von den Söldnern verhöhnt wird" und sein Meister- 
werk, die „Olympia" aus. Ich sage Meisterwerk 
und ziehe diesen Ausdruck nicht zurück. Ich be- 
haupte, dass dieses Bild wirklich das Fleisch und 
Blut des Malers ist. Es enthält ihn ganz und ent- 
hält nichts als ihn. Es wird das für sein Talent 
charakteristische Werk bleiben, es wird als das 
höchste Zeichen seiner Kraft angesehen werden.
        

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