Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224171
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die Wahl des Sujets gelegt habe, während er ein- 
fach gesucht hatte, lebhafte Farbengegensätze und 
kühne Massen zu finden. Die Maler und nament- 
lich Edouard Manet, der ein Zergliederer ist, haben 
nicht die Vorbedachtheit beim Sujet, die das Publikum 
quält: für die Maler ist das Sujet nur ein Vorwand 
zum Malen, während tfür die Menge allein der 
Gegenstand existiert. So ist bestimmt die nackte 
Frau auf dem „Frühstück im Grase" nur da, um 
dem Künstler Gelegenheit zu geben, etwas Fleisch 
zu malen. Was man in dem Bilde sehen muss, 
ist nicht ein Frühstück im Grase, sondern die 
ganze Landschaft mit ihren kräftigen Teilen und 
feinen Tönen, mit ihren ersten Plänen, die breit 
und solide sind und ihrem Hintergrund von so 
leichter Zartheit. Was man in dem Bilde sehen 
muss, ist dieses feste Fleisch, das in grossen Licht- 
streifen modelliert ist, ferner die Stoffe, die elastisch 
und fest sind, endlich die köstliche Silhouette 
der Frau im Hemde, die im I-lintergrunde einen 
wundersamen weissen Fleck inmitten des grünen 
Laubs bildet. Was man in dem Bilde sehen muss, 
ist schliesslich das grosse Ensemble voll Luft, dieser 
Winkel der Natur, der mit einer so richtigen Ein- 
fachheit von Manet wiedergegeben ist. 
Im Jahre 1864 stellte Edouard Manet „Christi 
Leichnam mit den Engeln" und einen "Stierkampf" 
aus. Von diesem zweiten Bilde hat er nur die 
Espada 
des 
ersten 
Plans 
den 
„toten 
Mann"
        

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