Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224165
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sich auf dem 
Natur ab. 
Hintergrund 
mit 
aller 
Derbheit 
der 
Das „Friihstück im Grase" ist das grösste Bild 
von Edouard Manet, es ist das Bild, auf dem er 
den Traum verwirklichte, der alle Maler bewegt: 
Figuren in Lebensgrössejn eine Landschaft zu 
setzen. Man weiss, mit welcher Kraft er diese 
Schwierigkeit besiegt hat. Es ist da einiger Baum- 
schlag, man sieht einige Baumstämme und im 
Hintergrunde ein Flüsschen, in welchem eine Frau 
im Hemd badet. Auf dem ersten Plan sind zwei 
junge Leute einer andern jungen Frau gegenüber 
gesetzt, die aus dem Wasser kommt und ihre nackte 
Haut an der freien Luft trocknet. Diese nackte 
Frau hat im Publikum, das nur sie im Bilde sah, 
Abscheu erregt. Mein Gott, welche Indecenz! Eine 
Frau ohne den geringsten Schleier zwischen zwei 
angezogenen Männern! Das hatte man nie gesehen! 
Und dieser Glaube war ein grober Irrtum; denn 
im Louvre hängen mehr als fünfzig Bilder, auf 
denen bekleidete Personen mit unbekleideten ge- 
mischt sind. Aber niemand sieht im Louvre 
GtWKS 
Skandalöses. 
Das 
Publikum 
hat 
sich 
im 
übrigen wohl gehütet, das „Frühstück im Grase" 
so zu beurteilen, wie ein wirkliches Kunstwerk be- 
urteilt werden muss. Es hat nur Leute auf diesem 
Bilde gesehen, die im Grase assen, nachdem sie 
gebadet hatten, und es hat geglaubt, dass der 
Künstler eine unflätige und auffällige Absicht in
        

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