Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224075
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nicht singen und philosophieren; er kann malen. 
Er hat die Gabe, und das da ist sein Eigentum, 
sein Temperament, in ihrer Feinheit die hauptsäch- 
lichen Töne zu ergreifen und solcherweise "in 
grossen Plänen die Dinge und die Wesen zu mo- 
dellieren. 
Er ist ein Kind unserer Zeit. Ich sehe in ihm 
einen zergliedernden Maler. Alle Probleme sind 
von neuem in Frage gestellt worden, die Wissen- 
schaft hat solide Unterlagen haben wollen und hat 
sich dadurch zur genaueren Untersuchung der 
Fakten vereinfacht. Diese Bewegung hat sich nicht 
nur in der reinen Wissenschaft eingestellt, alle 
Kenntnisse, alle menschlichen Bethätigungen neigen 
dahin, in der Wirklichkeit feste und dauernde Grund- 
lagen zu suchen. Unsere modernen Landschafts- 
maler sind darum besser als unsere Geschichts- 
und Genremaler, weil sie unsere Landschaften 
studierten, indem sie sich begnügten, die erste beste 
Waldecke zu übersetzen. Edouard Manet wendet 
diese Methode auf jedes seiner Werke an; während 
Andere sich den Kopf zerbrechen, um einen neuen 
„Tod des Cäsar" oder „Sokrates, den Giftbecher 
trinkend" zu erfinden, setzt er ruhig in eine Ecke 
seines Ateliers einige Gegenstände oder wenige Per- 
sonen und macht sich ans Malen, indem er das 
Ganze mit Sorgfalt zergliedert. Ich wiederhole es, 
er ist ein einfacher Zergliederer; seine Arbeit hat 
erheblich mehr Interesse, als die Plagiate seiner
        

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