Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224057
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facht und sie in die richtigen Beziehungen bringt. 
Es würde eher am Platze sein, Manets vereinfachte 
Malerei mit den japanischen Farbenholzschnitten zu 
vergleichen, die ihnen durch ihre seltsame Eleganz wie 
durch ihre prachtvolle Fleckenverteilung ähnlich sind. 
Der erste Eindruck, den ein Bild von Edouard 
Manet hervorbringt, ist ein wenig hart. Man ist 
nicht daran gewöhnt, so einfache noch auch so 
aufrichtige Übersetzungen der Wirklichkeit zu sehen. 
Dann giebt es, wie ich gesagt habe, einige elegante 
Schroffheiten, die überraschend wirken; Das Auge 
bemerkt zuerst nur breit geschichtete Tinten. Bald 
zeichnen die Objekte sich und stellen sich an ihre 
Plätze. Am Ende einiger Augenblicke erscheint 
das Ganze, kraftvoll, und man empfindet einen 
wirklichen Reiz, indem man diese helle und gewich- 
tige Malerei betrachtet, die die Natur mit einer 
sanften Brutalität, wenn ich mich so ausdrücken 
darf, wiedergiebt. Wenn man sich dem Bilde 
nähert, sieht man, dass die Behandlung mehr delikat 
als schroff ist. Der Künstler benutzt nur den Pinsel 
(nicht den Spachtel) und bedient sich seiner sehr 
vorsichtig. Er giebt keine Farbenanhäufungen, son- 
dern eine einfache Schicht. Dieser Wagehals, über 
den man sich lustig macht, hat eine Technik, die 
sehr vorsichtig ist, und wenn seine Werke einen 
besonderen Anblick gewähren, so verdanken sie das 
nur der persönlichen Art, in der Manet die Objekte 
sieht und übersetzt.
        

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