Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224044
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beweist, mit welcher Naivetät er sich vor die Natur 
stellt; wenn er mehrere Gegenstände oder mehrere 
Figuren vereinigt, wird er bei seiner Wahl durch 
nichts als durch den Wunsch bestimmt, schöne Flecke, 
schöne Gegensätze zu bekommen. Es ist lächerlich, 
aus einem Künstler, der einem solchen Temperament 
gehorcht, einen mystischen Träumer machen zu 
wollen. 
Nach der Zergliederung die Zusammenfassung. 
Nehmen wir gleichviel welches der Bilder Manets 
und suchen nichts anderes, als was es enthält: be- 
leuchtete Gegenstände, wirkliche Geschöpfe. Der 
Gesamtanblick ist, wie ich es gesagt habe, leuchtend 
blond. In dem ausgebreiteten Licht sind die Ge- 
sichter in breiten Fleischflächen behandelt, die 
Lippen werden einfache Striche, alles vereinfacht 
sich und hebt sich vom Hintergrunde in machtvollen 
Massen ab. Die Richtigkeit der Töne stellt die 
Pläne fest, erfüllt das Bild mit Luft, giebt jedem 
Gegenstande Kraft. Man hat, um sich über Manet 
lustig zu machen, behauptet, dass seine Bilder an 
die Bilderbögen von Epinal erinnern; sehr viel 
Wahrheit liegt in diesem Spott, der ein Lob ist. 
Dort auf den Bilderbögen und hier auf den Bildern 
sind die Verfahren die gleichen, die Tinten sind 
schichtweise angewendet, mit dem einzigen Unter- 
schiede, dass die Arbeiter der Bilderbögenfabrik die 
Töne rein brauchen, ohne sich um die Werte zu 
kümmern, Edouard Manet die Töne jedoch verviel-
        

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