Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224031
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und zarten Flecken, die in einigen Schritten Ent- 
fernung dem Bilde ein ergreifendes Relief geben. 
Ich lege auf diesen Charakter der Werke von 
Edouard Manet Nachdruck, denn er herrscht in 
ihnen und macht sie zu dem, was sie sind. Die 
ganze Persönlichkeit des Künstlers besteht aus der 
Art, in der sein Auge gebildet ist: er sieht blond 
und in Massen. 
Was mich in dritter Linie frappiert, ist eine 
etwas trockene, jedoch reizvolle Grazie. Man ver- 
stehe mich richtig: ich spreche nicht von der rosa 
und weissen Grazie, die die Porzellanköpfe der 
Puppen haben, sondern von einer durchdringenden 
und wahrhaft menschlichen Grazie. Edouard Manet 
ist ein Weltmann und in seinen Bildern sind ge- 
wisse auserlesene Linien, gewisse schlanke hübsche 
Haltungen, die von seiner Liebe für die Eleganzen 
des Salons zeugen. Das ist das Element des Un- 
bewussten, die Natur des Malers. Und ich benutze 
die Gelegenheit, um gegen die Verwandtschaft zu 
protestieren, die man zwischen den Bildern von 
Edouard Manet und Charles Baudelaires Versen 
hat herstellen wollen. Ich weiss, dass eine leb- 
hafte Neigung den Dichter und den Maler vereinigt 
hat, doch ich glaube behaupten zu sollen, dass der 
Maler nie die Dummheit begangen hat  die so 
viele andere begangen haben  Ideen in seine 
Malerei bringen zu wollen. Die kurze Zergliede- 
rung seines Talentes, die ich unternommen habe,
        

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