Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1224007
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sation und einem Lande. Und wenn ich inmitten 
des ungeheuren Saals, in dem die Bilder aller Maler 
aller Zeiten aufgehängt sind, einen Blick auf das 
weite Ensemble werfe, so hab ich dasselbe Gedicht 
in tausend verschiedenen Sprachen und ermüde 
nicht, espin jedem Bilde wiederzulesen, entzückt 
von den Feinheiten wie von den Kraftausbrüchen 
eines jeden Dialekts. 
Ich kann hier nicht im Ganzen das Buch 
geben, das ich mir vornahm, über meine künst- 
lerischen Glaubenssätze zu schreiben, und begnüge 
mich, in breiten Zügen anzugeben, was da ist und 
was ich glaube. Ich werfe kein Idol um, bestreite 
keinen Künstler. Ich nehme alle Kunstwerke unter 
demselben Anspruch an, unter dem Anspruch, dass 
sie Manifestationen des menschlichen Genius sind. 
Und sie interessieren mich fast gleichmässig, sie 
alle haben die wirkliche Schönheit: das Leben, das 
Leben in seinen tausend Ausdrücken, die immer 
wechselnd, immer neu sind. Der lächerliche ge- 
meinsame Massstab existiert nicht mehr; der 
Kritiker studiert ein Werk in sich und erklärt es 
für gross, wenn er in ihm eine starke und originale 
Übersetzung der Wirklichkeit Endet. Er sagt dann, 
dass die Geschichte der menschlichen Schöpfung 
eine Seite mehr zählt, dass ein Künstler geboren 
ist, der der Natur eine neue Seele und neue 
Horizonte giebt. Und unsere Schöpfung breitet 
sich von der Vergangenheit zur Unendlichkeit der
        

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