Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223974
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ausserhalb des Künstlers ist oder, um es besser 
Zu sagen, eine ideale Vollkommenheit, zu welcher 
ieder hinneigt und die jeder mehr oder weniger 
erreicht. Mithin giebt es einen gemeinsamen Mass_ 
Stab, er ist dies Schöne selbst. Man wendet ihn 
auf jedes vollbrachte Werk an, und je nachdem das 
Werk sich dem Massstab nähert oder sich von ihm 
entfernt, ist ihm mehr oder weniger Verdienst zu- 
zuschreiben. Die Umstände haben gewollt, dass 
man als Normalmass das griechische Schöne wählte, 
dergestalt, dass die über alle von der Menschheit 
geschaffenen Kunstwerke abgegebenen Urteile von 
der mehr oder minder grossen Ähnlichkeit dieser 
Werke mit den griechischen ausgehen. 
So wird die weite Produktion des menschlichen 
Genius, der in ständigem Gebären ist, einfach 
darauf beschränkt, aus dem Ei des griechischen 
Genius herauszukriehen. Die Künstler Griechen- 
lands fanden das absolut Schöne und damit war 
alles gesagt; der Massstab war festgesetzt und es 
konnte sich nur noch darum handeln, nachzuahmen 
und die Modelle so exakt als möglich zu wieder- 
holen. Und es giebt Leute, dieLeuCh beweisen, 
dass die Künstler der Renaissance aus keinem 
andern Grunde gross waren, als weil sie Nachahmer 
Waren. Während eines Zeitraumes von über zwei- 
tausend Jahren bildet die Welt sich um, Civilisationen 
kommen und gehen, Gesellschaften eilen reissend 
vorwärts oder schlafen gemächlich ein, von Sitten 
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