Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223944
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Weg zu erkennen und zu verstehen. Ich wieder- 
hole: drei jahre blieb er unter dem Eindruck der 
Schmerzen, die er durch die Zuchtrute des Lehrers 
empfangen hatte. Er hatte das neue Wort auf der 
Zunge, das er auszusprechen berufen war, er konnte 
es aber nicht aussprechen. Endlich klärte sich 
sein Sehen, er unterschied die Dinge, seine Zunge 
war nicht mehr in Verlegenheit und er sprach. Er 
sprach voll Rauheit und Grazie, das Publikum 
indess war recht erschreckt. Ich behaupte nicht, 
dass seine Sprache ganz neu war, dass sie nicht einige 
spanische Wendungen enthalten hätte (über die ich 
mich noch aussprechen werde)  aber es war an 
der Kühnheit und Wahrheit gewisser Bilder mit 
leichter Mühe zu erkennen, dass ein Künstler 
uns geboren war. Er redete eine Sprache, die er 
zu der seinen gemacht hatte und die von nun an 
als Eigentum ihm gehörte. 
So erkläre ich mir die Geburt eines jeden 
wirklichenKünstlers, zumBeispiel die Edouard Manets. 
Er fühlt, dass nichts aus ihm wird, wenn er die 
Meister kopiert, wenn er die Natur durch Indi- 
vidualitäten sieht, die verschieden von ihm sind; 
eines schönen Tages versteht er dann, ganz naiv, 
dass er versuchen muss, die Natur so, wie sie ist, 
zu sehen, ohne sie nach den Werken und Meinungen 
der Anderen anzublicken. Sobald diese Idee ihm 
gekommen ist, nimmt er irgend etwas, ein lebendes 
Wesen oder einen Gegenstand, setzt es in die Tiefe
        

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