Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223917
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heit. Wenn wir vom Gesicht zum Wesen kommen, so 
finden wir in Manet einen Menschen von einer 
ausgesuchten Liebenswürdigkeit, sehr höflich, von 
vornehmen Alluren und sympathischem Eindruck. 
Ich bin wohl gezwungen, auf diese unendlich 
geringfügigen Details einzugehen! Die Chroniqueure 
des Tages, die ihr Brot verdienen, indem sie das 
Publikum zum Lachen bringen, haben Edouard 
Manet als eine Art Boheme dargestellt, als einen 
Bummler, als ein lächerliches Schreckgespenst; und 
das Publikum hat die Scherze und Karikaturen für 
heilige Wahrheit angesehen. Die Wahrheit verträgt 
sich aber schlecht mit den erfundenen Hampel- 
männern, die die Phantasie der bezahlten Spass- 
vögel geschaffen hat, und es ist gut, den Menschen 
zu zeigen, wie er ist. 
Der Künstler hat mir eingestanden, dass er 
leidenschaftlich gern in die Gesellschaft geht und eine 
geheime Wollust bei der parfümierten und leuchtenden 
Zartheit der Soireen empfindet. In die Gesellschaft 
treibt ihn ohne Zweifel seine Liebe für breite und 
lebhafte Farbströme, aber es ist in seinem Inneren 
auch ein angeborenes Bedürfnis nach Vornehmheit 
und Eleganz, und dieses mache ich mich anheischig, 
ebenfalls in seinen Werken zu finden. 
So ist also sein Leben. Er arbeitet hartnäckig 
und die Zahl seiner Bilder ist schon beträchtlich. 
Er malt, ohne entmutigt zu werden, ohne müde zu 
werden, und schreitet geradeaus, seiner Natur ge-
        

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