Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223891
107 
Impure" von Babylon, die Courtisane, welche 
ein ewiges Gelüste nach Menschenfleisch hat und 
die das Blut ihrer Kinder trinken wird, um sie 
zuckend an ihrem unersättlichen Busen sich winden 
zu lassen. Da ist die Orgie ohne Gnade, die Ver- 
führung ohne Entrinnen  das blutige Gespenst, 
das sich manchmal inmitten der Familien aufrichtet 
und 
den 
häuslichen 
Frieden 
zerstört. 
Natürlich ging mit siebzehn Jahren Edouard 
Manet auf ein Schiff, das nach Rio de Janeiro 
fuhr. Zweifellos schiffte sich die „grande lmpure" 
von Babylon, die es immer noch nach frischem 
Menschenfleisch gelüstete, mit ihm ein und vollendete 
ihr Verführungswerk inmitten der leuchtenden Ein- 
samkeiten von Ocean und Himmel. Sie wendete 
sich an sein Fleisch, sie wiegte vor ihm die glän- 
Nzenden Linien der Horizonte, sie sprach ihm von 
ihrer Leidenschaft in der süssen und kräftigen 
Sprache der Farben. Bei der Rückkehr gehörte 
Edouard Manet ganz und gar der Verruchten an. 
Er verliess die See und ging nach Italien und 
Holland. Im übrigen verstand er sich selbst noch 
nicht, er ging als naiver Knabe herum und verlor 
seine Zeit. Der beste Beweis dafür: er ging nach- 
her als Schüler zu Couture und blieb sechs Jahre 
dort, mitten in der Mittelmässigkeit schwimmend, 
ohne Vermögen seinen Weg zu finden, die Arme 
gefesselt durch Vorschriften und Ratschläge. In 
ihm war ein besonderes Temperament, das sich
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.