Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Zola, Emile Helferich, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1222543
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1223789
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Kunstgeschichte nur da sei um zu beweisen, dass 
allein die Temperamente die Zeitalter beherrschen 
und dass die Bilder, die lebendig bleiben, gelebt 
und gefühlt wurden. 
Ich habe das entsetzliche Maiestätsverbrechen 
begangen, in einer respektlosen Art die kleinen 
Berühmtheiten des Tages anzupacken und ihnen ihren 
baldigen Tod, ein weites ewiges Nichts vorhergesagt 
zu haben. 
Ich bin ketzerisch gewesen, indem ich alle 
mageren Glaubensbekenntnisse der Cliquen zer- 
störte und die grosse Kunstreligion aufrichtete, 
welche jedem Maler sagt: öffne Deine Augen, 
sieh die Natur; öffne Dein Herz, sieh hier das 
Leben. 
Ich habe eine krasse Unwissenheit bekundet, 
da es mir fern lag, die Meinungen der vereidigten 
Kritiker zu teilen und da ich es unterliess, hier 
von der „Verkürzung des Nackens", dort von der 
„Modellierung des Bauches" zu reden  von Zeich- 
nung und Farbe, von Schulen und Regeln. 
Ich habe mich als unanständiger Mensch be- 
nommen, weil ich geradeaus zum Ziele schritt, ohne 
an die kleinen Menschen zu denken, die ich unter- 
wegs zermalmen würde. Ich wollte die Wahrheit 
und beging das schreiende Unrecht, die Leute zu 
verletzen, um zu ihr zu gelangen. 
Mit einem Wort, ich habe Beweise von Grausam- 
keit und Dummheit und Unwissenheit gegeben, ich
        

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