Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217552
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saichen Stiftshütte, Versündigung "gegen das zweite Ge- 
bot. War doch Salomon aufserdem ein arger Sünder, 
und, seinen Weibern zu Lieb, auch Götzendiener!  
Die hohe Felsenterrasse des Berges Moria ist eine phö- 
nicische Idee, wiederkehrend in Tyrus, Carthago und 
Hades, und nahe verwandt dem Belusthurm. Phönicisch 
war ferner die Einrichtung des Vorhofes der Priester, 
der den Tempel zunächst umgab, und den nur die Le- 
viten betreten durften. Er war nur mit einer niedrigen 
hölzernen Brüstung von dem allgemeinen Hofe abgeschie- 
den, als Symbol der nur formell fortbestehenden, aber im 
Grunde gebrochenen Priestergewalt; das Vorbild des grie- 
chischen zsjnzsvoc. Phönicisch waren die beiden berühmten 
Säulen Backim und Boas, und hauptsächlich die peristyle 
Anlage der Höfe, so wie die Erweiterung des einfachen 
Motives der Stiftshütte durch die herumgelegten Galle- 
rieen. Hier zeigt sich phönicischer Styl vollkommen un- 
abhängig. Weder Assyrier noch Aegypter kannten solche 
dem späteren Griechischen verwandte peristyle Umfas- 
sungshöfe. Alles deutet hier schon den Uebergang zu 
den griechischen Formen an, der Tempel tritt hier schon 
aus der priesterlichen Verborgenheit heraus ins Freie, und 
das Königthum ist in einem beweglichen Handelsstaate 
nicht stark genug, um sich den Glauben des Volkes dienst- 
bar zu machen. Phönicisch endlich war die ganze Ver- 
zierungsweise der Anlagen, die (wahrscheinlich assyrisch- 
ionische) Ordnung der Säulen, der Reichthum aus Metall- 
bekleidungen und Erzgefäfsen. 
Uralt war der Verkehr Phöniciens mit den Griechen, 
die von dort die Kemitniss der Schriftsprache und man- 
eher segenvollen Erfindung entnahmengnnd es darf nicht
        

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