Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217534
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Säulen versehen, wurde der hypostyle Saal 
Persern aus kostbaren Steinen vollendet. 
unter 
den 
Die Palastruinen von Niniveh zeigen mehre in ihrer 
Grundfornn homogene Einheiten, die sich ganz ähnlich in 
Persepolis wiederfinden, und es erleidet keinen Zweifel, 
dass sie uns jene fürstlichen Wohnpavillons vergegenwär- 
tigen, die uns aus der Geschichte Alexander's bekannt 
sind. 
So giebt das allgemeine Bild der assyrischen Bau- 
kunst, obgleich nur dunkel erkenntlich, zu interessanten 
Vergleichungen Anlass. 
In Aegypten wurde der naturgemäfse (so zu sagen 
noch thierische) Bauinstinct des Menschen als geselligen 
Wesens von klugen Priestern beobachtet und fixirt in 
Werken, die auf dem Boden, wie Corallenbänke, entstan- 
den und gewachsen scheinen. Alles an dem Werke weist 
auf einen unsichtbaren Kern, auf einen Bienenkönig hin, 
dessen Bedeutung sich nur mittelbar in dem Wachsen 
der Anzahl der Gläubigen, in dem Hinzutreten stets grö- 
fserer und erhabenerer Raumabschlüsse bekundet, und 
eben so gut die Verherrlichung der mächtigen Priester- 
kaste, wie die des von ihr gesehaßenen und gepfiogenen 
Gottes ist. Die Idee der Hierarchie ist in ihm verkör- 
pert.  
An jenen Werken des Euphratthales zeigt sich davon 
in mancher Hinsicht der Gegensatz. 
Statt des Aufgehens in die Natur zeigen sich die 
ersten Zeichen eines Ringens nach Abstreifung der Natur- 
fesseln in der Baukunst. Schon giebt sich dieses in der 
Objeetivität kund, womit die Naturschönheiten erkannt 
worden sein müssen, ehe man sie, in troteigem Wetteifer
        

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