Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217526
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aus der Heimath der Eroberer bei diesen Werken zu- 
sammenwirken, die eigentlich schaffende Idee ist dabei 
die vollendete Despotenherrschaft mit ihrem Rangwesen, 
deren wahren Ausdruck sie bilden. 
Subordination und Coordination, also äufsere Ord- 
nung ist das herrschende Princip. Dennoch aber giebt 
sich hier ein grofser Reichthum an Motiven, innere Bild- 
samkeit und eine gewisse Beweglichkeit kund, die in 
China. zum Beispiel nicht existirt. 
Es war oben der Tempel Erwähnung geschehen, die 
auf den Gipfeln der Pyramiden standen; wahrscheinlich 
glichen sie denen, die auf den Alabastertafeln von Chor- 
sabad dargestellt sind; darnach Waren sie voim 511 nagrigaaiv, 
mit vollkommen ausgebildeter, der ionischen sehr ver- 
wandten, Säulenordnung. Auf ihren Giebeldächern stan- 
den hohe Akroterien, und Weihgeschenke schmückten ihre 
Wände. 
Die freie äufsre Säulenordnung scheint auch hier 
noch unbekannt gewesen zu sein; denn auch die bekann- 
ten reichgegliederten Marmornachbildungen assyrischer 
Cedersänalen zu Persepolis (obgleich in sechs- und mehr- 
facher Zusammenstellung) sind, wo sie äufserlieh erschei- 
nen, stets nur die Zwischenträger eines auf die Mauern 
sich stützenden Gebälkes. 
Von peristyler Anordnung der Säulen ist keine Spur 
zu Enden, weder bei Höfen, noch in Verbindung mit Gie- 
beldächern;  statt ihrer scheint der hypostyle Saal eine 
grofse Bedeutung gehabt und viele Anwendung gefunden 
zu haben; er giebt ein Beispiel von innerer Bildsamkeit 
der assyrisch-persischen Baukunst. Zuerst offener Hof, 
dann bei den Assyrern mit einer Decke auf hölzernen
        

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