Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217510
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Wohnpavillons des Dynasten bildeten. Hydraulische Kün- 
ste, Teiche und Canä-le, Bäder und Springbrunnen beleb- 
ten diese Anlagen. 
Wir sehen aus dem Ganzen, wie südlicher Hofbau 
mit mancherlei Anklängen nordischen Burgbaues und Er- 
innerungen an eine waldige Gebirgsheimath der Cultur- 
träger sich vermischten.   
Aus solchen Elementen nun_ (denn die kleineren Dy- 
nasten befolgten in der Einrichtung ihrer Burgen das 
Vorbild des Fürstenpalastes) wurden durch fürstlichen 
Beschluss plötzlich Städte geschaffen. Die Stadt, in ihrer 
Gesammtheit, war eine Wiederholung desselben Grund- 
gedankens. Die königliche Burg ist für die Stadt, was 
für den einzelnen Palast die erhöhte Terrasse ist, und 
der Tempel des Ninus beherrscht das Ganze. Von öffent- 
liehen Gebäuden, Gerichtshöfen, lüärkten u. s. W. keine 
Rede. Alles Staatsleben vereinigt sich in der königlichen 
Burg, zu der die dreifachen Mauern der Stadt nur eben 
so viele Peribolus gaben. Der Fremdenverkehr bewegt 
sich innerhalb des ersten und zweiten Peribolus. Dort 
lagern die Karavanen in Zelten unter ihren Heerden. In 
weiten Bazars und Karavanenserails breitet der Handel 
seine 
Waaren  
und 
"seine 
Sittenverderbniss 
aus; 
regel- 
mäfsige, reehtwinklicht sich kreuzende Strafsen, zum 
Theil von enormer Breite (so dass hundert Reiter in Fronte 
passiren können und noch Platz für die Zuschauer ist), 
ziehen sich zwischen den Palästen fort. S0 ist erklärlich, 
dass 
Herodot 
über 
diese 
unerhörte 
Pracht 
und 
Gröfse 
in 
Ausdrücke 
des Erstaunens 
ausbrechen 
musste. 
Mochten immerhin einheimische Motive, klimatische 
Erfordernisse, Beschaffenheit der Baustofß und Anklänge 
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