Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217491
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zwischen dem Getragenen und Stützenden unverständlich 
gewesen sein und den Naxnen eines Monumentes in künst- 
lerischer Bedeutung nicht verdient haben, wäre es nicht 
von einem ausgebreiteten und reichgegliederten Terrassen- 
systeme umgeben gewesen, wovon es nicht die Mitte, 
sondern den Stützpunkt bildete. 
Das Ganze stand auf einem immensen länglicht vier- 
eckigen und erhöhten Plateau, umgeben von Mauern, mit 
Thürmen, Zinnen, Thoren und Freitreppen. Innerhalb 
lagerten die Knechte und Tribut bringenden Untersassen 
in Zelten, und auf einem innern Plateau erhob sich ein 
zweiter Peribolus. Hohe gewölbte Thore führten in die- 
sen wieder von Thürmen und Zinnen geschützten Bezirk, 
dessen Mauern, wie die ersten, von Metall, Bildwerl-zen 
und Farben glänzten. Hier fanden die täglichen Leibes- 
übungen der ritterlichen Jugend Statt, und unter hohen, 
von Cedernsäulen gestützten hypostylen Hallen yersam- 
melten sich die Männer zu Staa-tsgeschäften lmd zum 
Unterrichte ihrer Söhne. 
So steigerte sich in mehrfachen Circumvallationen, 
deren jede wieder in sich abgeschlossene Untereinheiten 
enthielt, die Wirkung bis zu der eigentlichen Residenz 
des Dynasten, bis zu jenen bedeutungsvollen von mysti- 
schen Thiercolossen bewachten Pforten  die wir, viel- 
leicht in sehr geringen Beispielen, jetzt im Louvre und 
im britischen Museum anstaunen. Hier war der grofse 
Salambek oder Audienz- und Gerichtshof, ein oft hun- 
dert 
und 
mehrsäuliger 
hypostyler Saal 
mit dem 
erhabenen 
 a5 vrülaz, die Pforten, hatten dieselbe Bedeutung, wie jetzt bei 
den Türken. Man verstand darunter die Residenz und den Regierungssitz 
des Herrschers. 
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