Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217420
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chen Elemente der Baukunst in strenger Abgeschieden- 
heit unverbunden neben einander auf. Das geistige oder 
moralische Element, der Heerd, den ich hier und in der 
Folge in seiner höheren Bedeutung als Altar nehme, bil- 
det keinen belebenden Mittelpunkt.  
Dem Tartarenlager entsprossen zu einer Zeit, wie 
das eroberte Land nur von wilden Stämmen bewohnt War, 
konnte sich dieser Styl nicht mit einheimischen Elemen- 
ten bereichern, und in seiner Abgeschlossenheit von aufse- 
ren Einflüssen blieb er unverrückt stehen, wo er vor 
fünf oder sechstausend Jahren stand. 
Nur durch Hinzufügen neuer Höfe, neuer Terrassen 
und Pavillons, nur durch Vermehrung der Anzahl der 
Zwischenweiten der Säulen und ihrer Dimensionen, ist es 
möglich, die Bedeutung eines Bauwerkes zu heben. 
In Hinsicht der Polychromie gewährt es einen inter- 
essanten Blick auf das alt-asiatische System, welches 
ich dem ägyptischen Farbensysteme gegenüberstelle. 
Die ägyptische Baukunst ist diejenige, welche am 
lmgestörtesten organisch aus sich und aus dem Boden, 
worauf sie wurzelt, herausgewachsen ist, ehe sie von der 
Hierarchie üxirt wurde. 
Der Käfig des Repräsentanten der Bezirksgottheit, 
des heiligen Thieres mit dem Gemeindealtare stand An- 
fangs da, von einfacher Umfriedigmg umgeben, auf dem 
erhöhten Damme am Nilufer. Hier begannen und endig- 
ten die Processionen, zu denen die Wallfahrer sich ver- 
sammelten. Gewann der Ruf des Heiligthums an Zu- 
drang, so wurde ein zweiter, den ersten umgebender oder 
sich an ihn anschließender Hof hinzugefügt. Zugleich 
vermehrte sich der Anspruch, den der innere Dienst des
        

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