Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217374
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Nach dieser Abschweifung in das Gebiet des Wand- 
bereiters müssenWvir nochmals zu den vier Elementen 
der Baukunst zurückkehren, ehe der erste Ausgangs- 
punkt der Abhandlung, die Polychromie der Griechen in 
ihrer besten Zeit, wieder erreicht werden kann. 
Jenachdem, so hiefs es oben, die menschlichen Ver- 
eine unter den verschiedensten Einflüssen der Climate, 
der Länderbeschafenheiten u. s. w. sich verschiedenartig 
ausbildeten, mussten die Combinationen, in welchen diese 
vier Elemente zusammengriffizzn, sich anders gestalten. 
Es lässt sich schon von vorn herein annehmen, dass 
da, wo der Mensch nur in vereinzelten kleinen Gruppen 
auftritt und seinen Herd nur gegen das Wetter zu schüt- 
zen hat, wo das Recht des Eigenthums Anfangs nicht 
bestand oder nicht eben bestritten ward, und sich der 
Staat als Föderation vereinzelter Gruppen gestaltete, die 
ein spärlich ausgestattetes Land bewohnen, sei es als 
herumziehende Hirten oder als jagdtreibende Hinterwäld- 
ler, von den drei abwehrenden Elementen der Baukunst 
das Dach eine überwiegende Bedeutung erhalten musste, 
welches in ursprünglichster Form als tragbares Zelt er- 
schien, oder auf der Erde über einer Erdvertiefung stand, 
und erst allmälig sich über den Boden erhob. Die 
lHäuslichkeit bildet sich in diesen Hütten aus, ein Gegen- 
satz zu dem freien Naturleben, das von Mühen und Käm- 
pfen erfüllt ist. Sie werden kleine abgeschlossene Wel- 
ten für sich. Nur das freundliche Tageslicht hat durch 
in der Mauer gelassene Oefiilungen freien Eingang. Die 
Familie mit dem Viehstande nimmt gleichen Antheil an 
ihrem Schutze. Vereinzelt stehen sie oder bilden imge- 
regelte Gruppen in dem ursprünglichen Naturbilde, je-
        

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