Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217342
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nachlässigten, als sie 
der höheren Baukunst 
ihnen keine 
zuerkannten. 
wesentliche 
Stelle 
in 
Es giebt dafür schon der bei ihnen heimische Ge- 
brauch des Täfelns der Tempelzellen und Hallenwände 
Kunde, wie er aus so vielen Stellen der Alten und 
selbst aus einigen Indicien an noch vorhandenen Monu- 
menten hervorgeht. Dies waren die nivaxeg tabulae, 
von denen Plinius sagt, das nur auf ihnen die grofsen 
Künstler ihre Werke ausführten. Sie hiefsen wegen des 
ältesten Gebrauehes der Holzbekleidungen Fichtentafeln, 
waren aber sicher in der späteren Zeit der enkaustischen 
Malerei nicht aus Holz, sondern aus Marmor oder Elfen- 
bein. (Wurden doch auch Schüsseln aus Terrakotta 
rrivaxeg genannt.) Von ihnen spricht Cicero in seiner 
Rede gegen Verres, der den Tempel der Minerva zu 
Syrakus seiner mit den herrlichsten Gemälden bedeckten 
Täfelungen beraubt hatte. (His autem tabulis interiores 
templi parietes vestiebantnr.) 
Aehnlich zeigen alle die äufseren Flächen der Tem- 
pel, die für gemalte Plastik bestimmt sind, eine Tä- 
felungsconstruction. So das Giebelfeld, die Metopen, 
die Friese, und die ägüyara oder Brüstungswände zwi- 
schen den Säulen, mit den ihnen entsprechenden untern 
Täfelungen der Zellen. 
Gleichzeitig, oder vielmehr früher schon, galt das 
durchgehende Gesetz der Stuckbekleidung der con- 
structiven Theile, die wir an alten Steintempeln an- 
gewendet iinden, mit alleiniger Ausnahme der Marmor- 
tempel, an denen die Stuckbekleidung überflüssig wurde, 
weil der Marmor selbst ein natürlicher Stuck war. Es 
wurde 
oben 
die Wahrscheinlichkeit 
auf 
hingewiesen, 
dass
        

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