Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217330
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verwandten Völker (Wenn auch sonst noch so vage und 
den verschiedensten Deutungen unterworfen) für den 
angeregten Gegenstand die unzweideutigsten und interes- 
santesten Belege. WVer kennt nicht die berühmte Stifts- 
hütte Mosis, mit den mit Goldblech beschlagenen einge- 
rammten Pfosten, den reichen farbenschimmernden Tep- 
pichwänden und dem vierfachen Dache aus Stoffen, Leder 
und Thierhäuten? Dieses zeltartige Heiligthum wurde 
durch Salomo in Stein und Cedernholz auf colossalen 
Unterbauten auf der Höhe des Berges Moriah nachge- 
bildet und es wird ausdrücklich davon gerühmt, dass 
nichts daran unbekleidet geblieben sei. Innerlich waren 
die heiligen Räume durchaus mit Goldblech beschlagen. 
Es ist in diesen Berichten die vollständigste Geschichte 
der Wandbereitung enthalten und es hätte die einfache 
Hinweisung auf sie hingereicht, wäre es nicht zugleich 
nothwendigi gewesen, die allgemeine Verbreitung der 
Gewohnheit, die Mauern zu bekleiden, unter allen Völ- 
kern 
der 
Vorzeit 
nachzuweisen. 
Bei so allgemeiner Verbreitung des Täfelns, Beklei- 
dens und buntfarbigen teppichartigen Aussehmückens der 
Wände müsste es Wunder nehmen, wenn die Griechen, 
deren 
iKunst 
auf 
den 
Traditionen 
anderer 
Völkär 
fufste, 
nicht auch hierin wenigstens einen grofsen Theil des 
Herkömmlichen beibehalten hätten, um so mehr, da. letz- 
teres die Ausbildung derjenigen Künste so sehr begünsti- 
gen musste, in denen, wie wir wissen, die Griechen das 
Gröfste erreichten, die Reliefsculptur und die Malerei; 
und da. wie den Terrassenbau und die davon abhängige 
Quaderconstruction, der Stolz ihrer pelasgischen Vor- 
fahren, zu Gunsten der genannten Künste insofern ver- 
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