Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217306
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sie 
ihre 
Glasur 
erhielten. 
Sie 
wurden 
also 
erst 
horizon- 
tal zusammengelegt, dann ornamentirt und glasirt und 
zuletzt nach ihrer Ordnung zu Bekleidung der Lehm- 
ziegelmauern verwendet. Ein Beweis auch hier, dass 
die Glasur eine allgemeine Decke und von dem Materiale, 
worauf sie safs, der Idee nach unabhängig war. An 
eine erst spät römische oder mittelalterliche Benutzung 
bunter Steine zu gemustertem Mauerwerk ist ein diesen 
Zeiten der frühesten Kunst noch nicht gedacht worden. 
Wird das Vorkommen von skulptirten Steintafeln an 
den unteren Theilen der assyrischen Paläste als ein 
erster Schritt zur "späteren Steinconstruction zu betrach- 
ten sein, so zeigt sich, sehr instructiv, das Fortschreiten 
auf diesem Wege deutlich an den bekannten persischen 
Monumenten zu. Murgaub und Istakr. Hier sieht man 
von dem einstigen, zum gröfseren Theil aus Rohziegeln 
construirten Mauerwerke nur noch die marmornen Eck- 
Schäfte nebst den Thür- und Fenstergerüsten. Diese 
sind aus ganzen Stücken, aber so ausgehöhlt, dass der 
Begriff der Täfelung noch in ihnen deutlich hervortritt. 
In diese Höhlungen griff das Ziegelmauerwerk ein und 
schloss sich durch seine vielleicht hölzerne oder Teppich- 
bekleidung an die Marmorpfosten an. 
An den ägyptischen Monumenten hat sich die ur- 
sprüngliche Bedeutung der Wand schon mehr verwischt; 
das wenn auch uralte, doch jedenfalls auf Trümmern 
ältererer und mehr naturwüchsiger Culturzustände auf- 
gebaute hierarchische System iixirte es zur Steinhiero- 
glyphe. Aber dennoch tritt es auffallend genug in vielen 
Dingen hervor. Nirgend erscheint die Quadermauer als 
solche, sondern sie ist, aufsen wie innen, wie mit einem
        

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