Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217266
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Es blieb der Teppich die Wand, die sichtbare Raum- 
begrenzung. Die dahinter belindlichen, oft sehr starken 
Mauern wurden wegen anderer, das Räumliche nicht be- 
treffender Zwecke nothwendig, als zur Sicherheit zum 
Tragen, zur gröfseren Dauer und dergleichen. 
Üeberall, wo diese Seitenzweeke nicht in der Ab- 
sicht waren, blieben die Teppiche die alleinigen ur- 
sprünglichen Scheidungen; und selbst, WO die Auffüh- 
rung fester Mauern erforderlich wurde, bildeten sie nur 
das innere nicht sichtbare Gerüste, versteckt hinter den 
wahren und legitimen Repräsentanten der WVand, den bunt- 
gewirkten Teppichen. 
Diese Bedeutung behielt die Wand selbst dann, als 
man sie aus Rücksichten gröfserer eigener Dauer, oder 
zu besserer Erhaltung der dahinter befindlichen Mauer, 
oder aus Sparsamkeit, oder umgekehrt zu Entfaltung 
gröfserer Pracht, oder aus was immer für Gründen, durch 
andere als die ursprünglichen Stoffe ersetzte. 
Solcher Ersatzmittel brachte der Ertindungsgeist der 
Menschen verschiedene hervor, wobei alle Zweige der 
Technik suceessive in Anspruch genommen wurden. 
Zu dem verbreitetsten und vielleicht ältesten Ersatze 
bot die Maurerkunst ein Mittel, den Stuckbewurf oder, in 
anderen Ländern, den Bewurf mit Erdpech. Die Holzar- 
beiter bildeten Täfellängen (nivauag), mit denen die Wände 
besonders an den unteren Theilen ausgestattet wurden. 
Die Feuerarbeiter lieferten glasirte Terrakottena) und 
 Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Absicht, den Ziegeln eine 
bunte Glasur zu geben, erst zu der Erfindung der gebrannten Ziegel 
führte. Die glasirten Ziegel von Ninive, die ich in Paris genau zu be-
        

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