Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217258
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Der Zaun, die in- einander geflochtenen Zweige 
von Bäumen, als ursprünglichster Pferch oder Raumab- 
Schluss und rohestes Fleehtwerk ist jedem wildesten 
Stamm geläufig. Nur die Töpferkunst kann vielleicht 
sich mit einigem Rechte der Anciennetät der Teppich- 
wirkerei zur Seite stellen. 
Vom Flechten der Zweige verfiel man leicht auf das 
Flechten des Bestes zu Matten und Decken. Von da 
auf das 
Gewebe 
mit 
PH anzenfäden 
Die 
ältesten 
Ornamente 
sind 
solche, 
die 
sich 
entweder durch Verflech- 
tungen und Verknotungen bilden, oder auf der Dreh- 
scheibe und mit dem Finger auf weichem Thone leicht 
ausführen lassen. Die Anwendung des Pfahlflechtwerkes 
zu Absonderungen des Eigenthumes von dem Nichtbe_ 
sitze, der Matten und Teppiche zu Fufsdecken, zur Ab- 
wehr der Sonnenstrahlen und der Kälte, zu innerer räum- 
lieber Scheidung der Wohnungen ging in den meisten 
Fällen, und besonders unter klimatisch günstigen Ver- 
hältnissen, der gemauerten Wand lange voraus. Letztere 
war ein Hineingreifen der sich an Terrassenmauern zu- 
erst entwickelnden ganz anderen Stylbedingungen unter- 
worfenen Maurerkunst in das Gebiet der Wandbereiter. 
Wie das Flechtwerk das Ursprüngliche war, so be- 
hielt es auch später, als die leichten Mattenwände in feste 
Erdziegel  Backstein- oder Steinquadermauern sich um- 
gestalteten, der Wirklichkeit oder blofs der Idee nach, 
die ganze Wichtigkeit ihrer früheren Bedeutung, das 
eigentliche Wesen der Wand Ü. 
 Der deutsche Ausdruck Wand, paries, giebt seinen Ursprung zu 
erkennen. Die Ausdrücke Wand und Gewand sind Einer Wurzel eutsprossen. 
Sie bezeichnen den gewebten oder gewirkten Stoff, der die Wand bildete.
        

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