Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217228
kannte und letztere somit in eiserne Fesseln schmiedete, 
während man glaubte sie von falschem Beiwerke zu be- 
freien. Soll aber nicht die Baukunst, gleich der Natur, 
ihrer grofsen Lehrerin, zwar ihren Stoff nach den durch 
sie bedungenen Gesetzen wählen und verwenden, aber 
Form und Ausdruck ihrer Gebilde nicht von ihm, son- 
dern von den Ideen abhängig machen, welche in ihnen 
wohnen?  
Allerdings aber muss, wenn zu ihrer Verkörperung 
der passendste Stoff gewählt ward, der Ausdruck der 
Idee des Bauwerkes, durch das Erscheinen des letzteren, 
als eines natürlichen Symboles, an Schönheit und Bedeu- 
tung gewinnen. Verbunden mit Alterthümelei, hat die 
angedeutete materielle Anschauungsweise zu sonderbaren 
und fruchtlosem Grübeleien geführt, und gerade die wich- 
tigsten Einflüsse auf Kunstentfaltung übersehen  
Auf die Gefahr hin, mich desselben Fehlers schuldig 
zu machen, den ich tadle, sehe ich mich genöthigt, in die 
Urzustände der menschlichen Gesellschaft zurückzukeh- 
ren, um zu dem zu kommen, was ich eigentlichidarzule- 
gen beabsichtige. Ich werde es so kurz wie möglich ab- 
zumachen suchen. 
Das erste Zeichen menschlicher Niederlassung und 
Ruhe nach Jagd, Kampf und Wanderung in der Wüste 
ist heute wie damals, als für die ersten Menschen das 
Paradies 
verloren 
ging , 
die 
Einrichtung 
der 
Feuerstätte 
 Man darf nur an die Folianten erinnern, die, seit Vitruv, über 
den Ursprung des griechischen Tempels aus dem Holzbau geschrieben 
wurden, oder an die scharfsinnigen Hythothesen über das Zeltdach der 
Chinesen. Vide Hope's history of architecture.
        

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