Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217183
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haltung und Dauer beitrug; so dass, wenn nicht Barbarei 
sie verstümmelt hätte, sie noch heutiges Tages in ihrer 
ursprünglichen Schöne dastehen würden. Man lese nach, 
was Sir Humphry Davy, der Chemiker, in seinem fünf- 
ten Dialog der tröstenden Betrachtungen auf Reisen hier- 
über sagt.  
Ich schliefse diese Polemik, deren Aufgabe nicht ist, 
die Kunstanschauungen des Herrn Kugler nach dem von 
ihm hingestellten Systeme der Polychromie der Alten vom 
ästhetischen Standpunkte aus zu prüfen  noch seine 
Tempelgenealogie anzugreifen, mit der Erwähnung einer 
Stelle aus seiner Schrift, wo er, nachdem zugestanden 
worden, dass das Innere, und sogar die Vorder- und Hin- 
terhallen der Tempel farbig wären, es weiter lautet: 
„D0ch ist es wiederum die Frage, ob man an den Lang- 
seiten der peripteren Tempel eben eine solche Wirkung 
beabsichtigt habe. Im Gegentheil scheint es fast wahr- 
scheinlicher, dass man dieselbe auf die schmaleren Haupt- 
seiten, um diese auch hierdurch bedeutender erscheinen 
zu lassen, beschränkte, indem hier die Tiefe der Vor- 
der- und Hinterhalle schon von selbst jenen be- 
deutenderen Grund bilden musste M). Diese An- 
sieht scheint durch eine Aeufserung Vitruv's bestätigt zü 
werden, welcher die Säulenstellung als in der Absicht er- 
 Doch frage ich Herrn Kugler, die Hand auf's Herz, ob ihm das 
seinem Systeme entsprechende Modell des aeginetischen Tempels in der 
Glyptothek zu München gefällt? Von allen modernen griechisch-dori- 
sehen Tempeln gefällt mir am besten die kleine roth-granitne Capelle in 
Charlottenburg.  
 Es ist mir nicht recht klar geworden, was der Autor damit sagen 
oder motiviren will.
        

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