Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217099
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lasse, dass das ganze Monument damit überzogen war, 
weil sonst an den Absätzen leicht eine Abblätterung er- 
fblgt wäre, stellt dann Herr Kugler ein Factum entgegen, 
was eher für, als gegen mich spricht: nämlich das relief- 
artige Erscheinen früherer gemalter Ornamente. Man sehe, 
was oben darüber mitgetheilt wurde.- 
Was Ottfried Müller über das Poliren des Tempels 
der Minerva Polias sagt, kann sich unmöglich auf ein 
Poliren im eigentlichen Sinne des Wortes beziehen. Der 
Ausdruck ist, glaube ich, äxazäfsurov, nicht geglättet, 
und erklärt sich hinreichend an dem noch jetzt in Frank- 
reich allgemeinen uralten und sehr löblichen Gebrauche, 
die Bauwerke aus Stein zwar in dem Lager und der Stofs- 
flache sehr genau und. sorgfältig, aber in allen äufseren 
Flächen roh aufzuführen, und diese erst zuletzt an Ort 
und 
zu vollenden. 
Stelle 
K 
Eben so wenig kann das Fries des Erechtheum hier 
ein Argument abgeben (er ist nämlich nicht aus Marmor, 
sondern aus Eleusinischem Steine), denn er wurde mit 
Bronzerelieftafeln bedeckt. Auffallender Weise hat man 
bisher stets angenommen, dass die vergoldeten Figuren 
dieses Frieses einzeln angeheftet waren und der Stuck- 
grund zwischen ihnen durehsah. Dieses wäre den Begrif- 
fen der Alten entgegen gewesen, deren Flächenverzierung 
aus dem Motive der Täfelung oder Wandbekleidung her- 
vorging (siehe unten). Sie waren ohne Zweifel in Fries- 
platten verbunden, die im Ganzen auf den Eleusinischen 
Stein geheftet wurden und diesen versteckten. Warum 
die Leute gerade diesen Stein wählten, ob aus Sparsam- 
keit oder aus anderen Gründen, gehört nicht hierher. 
„So lange also kein förmliohes Gutachten von Tech-
        

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