Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217076
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bekannten reichen Knopf gestellt gewesen, sondern um- 
gab ihn mit seinen drei Füfsen so, dass die Schale auf 
der oberen Fläche des Knopfes stand, und dieser die mitt- 
lere Stütze des Dreifufses bildete, ähnlich, wie es noch 
erhaltene marmorne Dreifüfse zeigen. Die drei Füfse 
ruheten auf den drei Akanthuswindungen, die von dem 
Knopfe ausgehen und am Dache herablaufen. Dieses 
(nach Abzug der Farbenangabe aller einzelnen Details, 
die zu weit fuhren würdeli) das WVesentlichste, was ich 
(freilich fern von meinen Zeichnungen und Tagebüchern) 
über unseren Gegenstand aus eigener Anschauimg nach- 
träglich noch berichten konnte. 
Uns war es hinreichend, um die Ueberzeugung zu 
gewinnen, die noch heute fest wie damals bei mir steht, 
und die selbst neuere abweichende Angaben nicht er- 
schüttern können, dass die Marmortempel nicht weifs oder 
blassgelb waren, sondern in gesättigter farbiger Fülle 
prangten, so dass sie in der Hauptwirkung ungefähr den 
Ton zeigten, der sie noch jetzt auszeichnet, nur brillanter 
und zugleich luftiger, wegen des röthlichen glasartigen 
Ueberzuges, unter dem die Weifse und das Krystall des 
Steines durchschimrnerte, wegen des damit abwechselnden 
Blau, das einen leisen Stich ins Griinliche hatte und 
durch Zuthun von Schwarz gemilderf war, und wegen 
des goldenen Aniiuges, der das Ganze in feinen Fäden 
 Welcher ungeahnte Reichthum in den Details verwaltete, davon 
mag beistehendcr Holzschnitt ein Beispiel geben. Der dargestellte Perlen- 
stab hatte zwischen den Disken noch zwei andere dergleichen, die die 
Zwischenräume der ersteren ausfüllten. Ich beobachtete dies an einzelnen 
Theilen der Decke des Theseustempels, und habe die Originalzeichnung 
auf dem Steine kalkirt.
        

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