Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1217010
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geschliffen; so auch die Stofsfugenflächen. An manchen 
Stellen war die Fuge kaum sichtbar.  Was die innere 
Oberfläche des Theseustempels betrifft, so war die Weise 
ihrer Bearbeitung eine ganz andere. Die Vertiefungen 
waren gröber und enthielten noch Reste von Stuck. 
Das Stück des blauen Farbenemail, vQn dem oben 
die Rede war, fand ich ganz zufällig beim Untersuchen 
des Anten- Capitäles. Von einer Täuschung kann gar 
nicht die Rede sein. Herr Schaubert war gar nicht gegen- 
wärtig, als ich mit einer Leiter die Stelle untersuchte. 
Er hatte überhaupt bis zu unserer Zeit und während der- 
selben keine ernsteren Untersuchungen an dem Tempel 
angestellt, und die Zeichnungen über Polychromie, die 
er bei seinem Besuche in Berlin (vor meiner Rückkehr) 
vorzeigte, waren Durchzeichnungen und Copieen nach 
Goury und mir. Dasselbe gilt von verschiedenen anderen 
Zeichnungen, die er dem Herrn v. Quasi: mittheilte, der 
sie zu seiner bekannten Publication benutzte. . 
Wenn Herr Schaubert an der Zellenwand gelbe Spu- 
ren gesehen haben will, so muss dies an einer anderen 
Stelle gewesen sein, nicht an den Anten, wo ich blau 
fand. Ich vermuthe aber, dass er das allerdings gelbe 
todte Residuum, oder vielmehr den Hauch, der von der 
alten Decke noch erscheint, für die eigentliche Farbe hielt. 
 Aber niemals darf Herr Kugler diese beiden Aus- 
sagen so zusammenstellen, als 0b sie einander widerspra- 
chen, denn, wie gesagt, unsere Beobachtungen wurden 
an verschiedenen Stellen gemacht, und ich drücke mich 
nur vermuthend darüber aus, dass die Zellenwand, an der 
ich keine lebendige Farbe vorfand, gleich den Anten blau 
war. Wer kann aber wissen, wie und mit welchem Far-
        

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