Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216958
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Dieses lässt sich , 
in 
besonders 
so früher Zeit, 
wie es 
scheint, bald nach der Orakelbefragung kaum annehmen. 
Auch spricht dagegen die Ausdrucksweise des Herodot: 
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Herodot lebte blofs zwei Mensohenalter nach dem er- 
zählten Ereignisse (er kannte die Enkel der Zeitgenossen), 
und die Stadt der Sifnier War nicht zerstört, sondern blofs 
gebrandschatzt worden. Also bestanden die angeführten 
Gebäude der Sifnier noch, als Herodot seine Geschichte 
las. 
Unter 
solchen 
Verhältnissen 
scheint die Ausdrucks- 
weise des Herodot auf einen seit dem Ereignisse 
derten Zustand der Gebäude hinzudeuten. 
verän- 
Was aber am meisten gegen eine solche Annahme 
spricht, ist der Umstand, dass eine so merkwürdige und 
plötzliche Umwandlung der Sitten, ein solcher Umsturz des 
Herkömmlichen nicht ein einziges geschichtliches Zeugniss 
für sich hat. 
Es bleibt daher nichts übrig, als anzunehmen, dass 
der Markt nebst dem Prytaneion gerade im Baue fertig, 
aber noch nicht durch Malerei decorirt war, als das Er- 
eigniss eintraf, dass die Sifnier, als sie an den Bau gingen, 
nichts weniger als eine weifse Agora im Sinne hatten, und, 
während sie wirklich weil's war, das trügerische Orakel 
erfüllten. 
Mich dünkt, es liegt eine gewisse dramatische Noth- 
Wendigkeit in dieser Auslegung; eine jede andere Würde 
matt und des grofsen Geschichtsschreibers unwürdig sein. 
Herr Kugler war gleich den Sifniern von der Pythia, 
 äcrxsw, onfare, ausrüsten, erst später schmücken, und am mehrsten 
von plastischen und architektonischen Ausschmückungen.
        

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