Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216909
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Mitten unter diesen Citaten nun fällt er auf einmal auf 
die Vasengemälde „des vollendetsten Styles, auf denen die 
"dargestellten Tempelarchitekturen von weifser Farbe ge- 
„halten sind, während die Figuren sich bekanntlich roth 
„v0m schwarzen Grunde ablösen." 
Diese Sache ist ernsthaft genug und verdient mehr 
Berücksichtigung, als alle vorangeschickten Citate. Aller- 
dings erinnere ich mich vieler Vasengemälde mit Andeu- 
tungen weifser Architekturtheile, aber auch anderer, wo 
diese der Hauptsache nach schwarz sind, oder in schwarzen 
Contouren die Farben des Topfes zeigen 
 
et auro, nec tantum ut parietes toti operiantur verum et interrasso 
marmore vermiculatisque ad effigies rerum et animalium crustis. 
Non placent jam abaci nec spatia montis in cubiculo dilatantia, coe- 
pimus et; lapidem pi n gere. Hoc Claudi principatu inventum, Ne- 
ronis vero, maculas quae non essent, in crustis inserendo unitatem 
variare etc. Plin.35, 1. 
Später spricht Plinius noch sein Bedauern darüber aus, dass der 
alterthiimliche Gebrauch, die farbigen Bildnisse der Ahnen in den Atrien 
aufzustellen, einer neuen Mode habe weichen müssen, diese Bilder ganz 
ohne Rücksicht auf Aehnlichkeit in edlen Metallen auszuführen. Obgleich 
hier blos von einer alt-römischen Sitte die Rede ist, so verdient eben 
diese doch als Beispiel des Vorkommens polychromer Sculptur bei den 
Alten Berücksichtigung. 
f) Die Vasensammlung im britischen Museum bestätigt keinesweges 
die Behauptung Kuglefs, dass auf den Vasengemälden des vollen- 
de tsten S tyle s die Tempelarchitekturen von weisser Farbe gehalten 
seien. Nur auf den Vasen aus der Basilicata, und zwar aus der spätesten 
und schlechtesten Zeit, zeigt sich der weisse Kreidegrund auf den Säulen 
u. s. w. einiger Tempel. An anderen ist der weisse Grund gelb überdeckt. 
 Aber an allen äeht attischen und alt-hetrurischen Vasen aus der schön- 
sten Zeit sind die Gebäude nicht weiss, sondern farbig oder schwarz, wie 
die Figuren. In dem Bronze room (Schrank 35) befinden sich mehrere 
attische Lekythi aus der schönsten Zeit mit schwarzem Fuss und Hals und
        

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