Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216896
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„mit einem Stucküberzuge versehen war.  Das Innere 
"mochte also mit Farbe geschmückt sein, das Aeufsere 
"aber musste, wie es aus dem einfachen Gegensatze her- 
"vorgeht, die natürliche Farbe der Steine zeigen." 
Es ist mir intereseant, alles von Kugler aus dieser 
Stelle des Pausanias Gedeutete für voll anzunehmen, um 
daran, jedoch erst später, eine Bemerkung zu knüpfen. 
Die Subtilitäten des Satzes, der nun den Autor 
Zll 
der Erwähnung zweier Stellen aus dem Plinius hinüber- 
leitet, sind schwer zu erfassen, und noch weniger will die 
Art und Weise einleuchten, wie er diese Stellen zu Unter- 
Stützung seiner Ansichten geltend macht. Ein Gebrauch, 
die Farbennüancen und Adern des Marmors durch Malerei 
nachzuahmen und 
den bunten Marmor durch künstlich ein- 
gelegte Adern und Flecken zu variiren, war dem Plinius 
neu, und deshalb soll er nichts von der Polychromie der 
Griechen gewusst haben! 
Gerade dasjenige, was Herr Kugler veriicht, das Auf- 
treten des Marmors in seinen Eigenheiten der Farbe und 
Politur (allerdings nur in der äufsersten Ueberfeinerung 
dieses Princips), erschien dem römischen Schriftsteller als 
schädliche Neuerung! Wenn die ungeschickt angeführten 
Stellen nicht geradezu der Polychromie das Wort spre- 
chen, so sind sie wenigstens als ganz und gar nicht 
hieher gehörig zu betrachten ü). Dasselbe gilt von der 
Stelle des Seneca, die der Autor citirt"). 
 Seneca Epist. 86. 
M) Als Beweis des ä plomp , womit Herr Kugler die Alten 
möge hier die bezügliche Stelle aus dem Plinius beifolgen; 
citirt, 
nunc vero in totum a marmoribns pulsa, jam quidem 
Pictura.   
        

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