Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216885
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Ausdruck Äläog Äauxög in seinem lnineralogisch-techni- 
sehen Sinne nahm, gleich den anderen Namen der Stein- 
sorten, deren äufseres Erscheinen durch eine Stuckbildung 
verhindert wurde. Es musste wahrlich auffallen, wenn er 
blofs bei Marmortempeln eine Ausnahme machte, und bei 
Erwähnung ihres Stoffes mehr sagen wollte, als sonst dabei 
seine Absicht ist.  
Eben so wenig kann Kugler verlangen, dass man sei- 
ner weiteren Argumentation unbedingt beipflichte. 
„Ueberdies  sagt er, "konnte bei den ebengenannten 
"Theatern und Stadien der Marmor nur seiner eigenthüm- 
„lichen Pracht wegen angebracht sein, und an eine Bema- 
„lung dieser Monumente ist auf keine Weise zu denken!" 
Warum nicht? Wir werden gleich sehen, dass daran 
zu denken ist, wenn wir zu dem berühmten Orakelspruche 
kommen. 
Üebergehen wir die weiteren Anführungen von Marmor- 
gebäuden, verschieben wir die Beantwortung der daran 
geknüpften wiederholten Frage über das Warum der Ueber- 
ma-lung eines so kostbaren Materials, das oft in weiter 
Entfernung von seinem Bruche an Bauwerken verwendet 
ward , und verweilen wir nur noch einen Augenblick bei 
"dem kleinen Tempel von Anticyra, von dem Pausanias 
"sagt, dass er in dem von den Römern sogenannten opus 
„incertum (Äoycimv Äiöozgß), wahrscheinlich also in der 
"ausgebildeten cyklopischen Bauweise, wie der bekannte 
„kleine Tempel in Rhamnus aufgeführt und sein Inneres 
 Der Ausdruck heisst wörtlich übersetzt: aus zusammengelesenen 
Steinen, also aus Feldsteinen, im Gegensatz von Quadern. Cyklopische 
Steine lassen sich nicht wohl zusammenlesen.
        

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