Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216859
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wund 
vielleicht 
gar 
ihre 
Aechtheit 
angefochten 
werden 
"möchte." 
In der That, Herr Kugler hat die entscheidende Au- 
torität dieser Stelle richtig erkannt, und es ist natürlich, 
dass er alles vorher Vorgebrachte neben ihr für nichts, für 
eitles Blendwerk achtet. Er dürfte aber sich nicht wun- 
dern, wenn seine Leser desgleichen thäten, und jene un- 
nützen Ausstaftirmigen der Hauptsache überschlugen. Doch 
verfolgen wir ein wenig die Gange, auf denen er, „mit 
süfsem Irren  uns dem delphischen Dreifufse zuführt. 
Zuerst beklagt sieh Herr Kugler über Pausanias, dass 
er, wenn er von Tempelgebäuden spreche , fast gar nichts 
über ihre Beschaffenheit mittheile, und in Bezug auf unser 
Interesse (Polychromie) sei nichts als zuweilen die Angabe 
des Materiales, Woraus sie bestanden, zu finden. 
Hierauf erwähnt er der Stellen, wo dieser Schriftsteller 
von Ziegelgebäuden oder von anderen aus Porosstein spricht, 
und fügt hinzu: „Ziegel und der rauhe Poros machten 
„bekanntlich, um die vollkommene Glätte der Mauern und 
„die Schärfe der Gliederungen hervorzubringen, einen 
„Stucküberzug nothwendig." 
Hier muss schon Einspruch geschehen, so leid es mir 
thut, die Argumentationen des Autors zu unterbrechen. 
Es ist zwar bekannt (oder sollte es sein), dass alle 
Monumente des höheren Alterthumes aus Ziegeln, Poros- 
steinen , Sandsteinen, grauem oder weifsem Marmor oder 
was immer sonst für anderem Steine, mit Stuck überzogen, 
oder wenigstens mit einem den Stuck ersetzenden Farben- 
email bedeckt waren; aber diese allgemeine Erscheinung 
erklärt sich bei Ziegeln und Porossteinen keinesweges so 
natürlich aus der Beschaffenheit des Materiales und dem
        

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