Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216839
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bei uns das Schwarz, so ist dort das Weil's oder Gelb die 
Farbe der Trauer.  Ueberall, wo Leben Vist, dort ist auch 
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lebendige Farbe. H eurseheint das  Weil's in den 
Hauptpartien dehsiNaturbildes, und die Menschen sind gef 
nöthigt, in ihren Werken ihr hierin zu folgen, 
  Anders im Norden und in Ländern wie England, WO 
der Nebel das ganze Jahr waltet, Himmel und Erde in sein 
graues Gewand hüllt, auf dem alle Gegenstände dunkel 
erscheinen, und ein seltenes Streiflicht der Sonne nur die 
nächsten Gegenstände (aber sehr effectvoll) beleuchtet. 
Dass hier ein ganz anderes System der Polyehromie 
zu beobachten sei, ein nläfsigeres und helleres, scheint ein- 
leuchtend. Belehrend dürfte dabei der Vergleich sein zwi- 
sehen den WVerken der berühmten Coloristen aus der nieder- 
Schule mit den Italienern. 
ländischen 
Doch dies nur beiläufig zur Widerlegung jener Kuglerä 
sehen Behauptung und zur Rechtfertigung des scheinbaren 
Ungeschmacks, die weifsen Marmorwände unschön zu finden. 
Ich muss, und sollte ich deshalb vQn den Aesthetikern als 
Irrlehrer mit doppeltem Banne belegt werden, das Geständ- 
niss wiederholen, grofse weifse Gebäudemassen weder im 
Norden noch im Süden schön finden zu können.  
Herr Kugler legt ein grofses Gewicht auf die Gewährs- 
stellen der Alten für die Entscheidung der streitigen Frage, 
so dass es dabei zu verwundern ist, wie seine Citatenliste 
so dürftig ausfiel. Mich dünkt, es liefse sich schon noch 
manche andere hierher gehörige Passage anführen. Doch 
desto besser: es geht mit ihnen meistens wie mit den Bibel- 
versen, ein Jeder legt sie nach seinem Glauben aus. 
Zuerst lässt Herr Kugler vier oder fünf Stellen, die 
für die Polyehromie Zeugniss ablegen, schnell passiren;
        

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