Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die vier Elemente der Baukunst
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216431
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1216741
älteren Italiener, verbunden mit der Anwendung des far- 
bigen Materiales, wo es die Umstände erlaubten, als mit 
dem Standpunkte der modernen Malerei am meisten über- 
einstimmend, befolgte. 
Zum Glück War es nun schon mit dem philhellenischen 
Enthusiasmus vorüber, und die Polychromie der Griechen 
musste der mittelalterlichen Polychrolnie Platz machen. 
In Deutschland wurde diese Richtung, glaube ich, 
zuerst durch die Restauration des Bamberger Domes ver- 
anlasst, bei der man wieder die alten romanischen Oma- 
mente und viele Spuren von Malerei an den Statuen und 
Basreliefs vorfand. Für diese Periode der Kunst fehlte es 
an Anhaltepunkten nicht, vornehmlich in Italien, und die 
Versuche in diesem Style, die nun erfolgten, Helen daher nicht 
ganz so schlecht aus, wie die griechischen, obgleich auch 
hier keine Zukunft zu erwarten war, da man das Specifische 
dieses Styles, seine Rohheiten und Steifheiten statt der grofsen 
allgemein gültigen Principien, die darin liegen, auffasste. 
Die gothische Polychromie fand hierauf ihre Histo- 
riker vornehmlich in Frankreich, wo sich in jüngster Zeit, 
seitdem für die Restauration der gothischen Kirchen Vieles 
geschieht, eine romantische Schule von Architekten gebildet 
hat. Mit dem diesem Volke eigenen Geschicke wurden 
polychrome Restaurationen verschiedener romanischer und 
gothischer Kirchen ausgeführt, unter denen die sainte cha- 
pelle sich durch die Vollständigkeit und den Reichthum 
ihres durch vorgefundene Spuren documentirten polychro- 
men Systems auszeichnet. 
So war der passende Zeitpunkt für das Erscheinen des 
Werkes vorübergegangen , und muthlose Betrachtungen 
waren an die Stelle des jugendlichen Eifers getreten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.